Dass Wohlbefinden und Gesundheit immer stärker in den Fokus der Arbeitsplatzgestaltung rücken, haben wir schon erläutert. Ein wichtiger Aspekt ist, die Mitarbeiter in Bewegung zu halten – durchaus wörtlich. Schließlich führen sitzende Tätigkeiten heute so häufig zu Rückenbeschwerden, dass diese zur Volkskrankheit geworden sind.

Wir zeigen Ihnen, wie man dieser Volkskrankheit durch eine bewusste Bürogestaltung ein Schnippchen schlägt, und zwar durch

  • bewegungsfördernde Büromöbel,
  • neue Bürokonzepte und
  • die Motivation der Mitarbeiter.

Gehend sitzen oder sitzend gehen?

Chairs are killers, sagt man im englischsprachigen Raum: Stühle töten. Das mag übertrieben sein, letztendlich sind aber viele Zivilisationskrankheiten auf einen Mangel an Bewegung zurückzuführen. Deshalb setzen innovative Hersteller von Büromöbeln immer stärker darauf, Sitzkonzepte zu entwickeln, die den Körper in Bewegung halten.

Nahezu alle Bürostühle lassen sich heute drehen und kippen, die modernsten kombinieren aber bereits Vorwärts-, Rückwärts- und Seitwärtsbewegungen zu einer Rotation des Körpers, die an das Gehen erinnert. Kaum wechselt man also seine Sitzposition, wird der ganze Körper in Bewegung versetzt.

Selbst Stühle, die Fehlhaltungen erkennen und durch ein kurzes Signal melden, gibt es schon. Über entsprechende Apps können Bewegungen beim Sitzen ausgewertet und mit gezielten Rückenübungen verbunden werden.

Neben Stühlen sind auch Schreibtische immer smarter. Sie lassen sich beispielsweise problemlos von Sitz- zu Stehtischen hochfahren, sodass man zeitweise auch stehend arbeiten kann.

Stehen und gehen, statt immer nur zu sitzen

Zwar ist die Aktivierung des Körpers im Sitzen wichtig, noch wichtiger ist allerdings die tatsächliche Bewegung, das Gehen von A nach B. Um Mitarbeiter dazu zu bewegen, sich zu bewegen, sorgen moderne Bürokonzepte deshalb für häufige Raumwechsel, indem verschiedene Tätigkeiten in unterschiedlichen Büros angesiedelt werden.

Auch die Wege dorthin führen nicht durch schmale, muffige Gänge, sondern durch großzügig angelegte Freiräume und über Treppen. In Meetingräumen müssen dann auch nicht Stühle und Tische das Bild beherrschen, manchmal reicht auch ein Stehtisch, der nicht nur Platz spart und die Flexibilität steigert, sondern auch den „Sitz“ aus den Sitzungen streicht.

Mitarbeiter bewegen

Viel erreichen kann man schließlich, indem man die Mitarbeiter motiviert, sich mehr zu bewegen. Dazu muss man keinen Extremsportler als Motivationsredner engagieren, sondern den Mitarbeitern ein paar einfache Tipps mit auf den – genau! – Weg geben.

Das beginnt mit den Büromöbeln und deren Anordnung. Rückenlehnen sollten etwa niemals fixiert werden, sondern sich schon mit kleinsten Gewichtsverlagerungen mitbewegen, damit Dynamik ins System kommt.

Auch muss nicht alles vom Bürostuhl aus greifbar sein. Wenn man etwa aufstehen muss um zu telefonieren, werden Telefonate nicht nur gesünder, sondern auch kürzer. Letzteres gilt auch, wenn bei Sitzungen (siehe oben) gestanden wird.

Doppelt wirken auch andere Tipps: Muss man etwa wirklich mit dem Kollegen zwei Büros weiter telefonieren oder geht man ihn besuchen? Das kurbelt den Kreislauf ebenso an, wie den Austausch und den Zusammenhalt im Unternehmen.

Und schließlich noch einer der einfachsten und wichtigsten Tipps zugleich: Für all jene, die nicht im 35. Stockwerk ihre Büros haben, sollte der Aufzug tabu sein. Treppensteigen steigert die Fitness und die Durchblutung. Auch des Gehirns.