Rastlosigkeit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, Verdauungsprobleme: Was sich liest wie mögliche Nebenwirkungen auf dem Beipackzettel eines Medikaments, sind in Wahrheit Symptome von Technostress. Technostress? Ja, genau!

Wie der Name schon vermuten lässt, versteht man unter Technostress jenen Stress, der durch eine übermäßige Nutzung von Technologie entsteht. Ganz so neu ist das Konzept indes nicht: Schon 1984 prägte Craig Brod den Begriff und beschrieb, welcher psychischen Belastung Menschen ausgesetzt sind, die aus beruflichen Gründen ständig mit moderner Technologie arbeiten.

Seit damals hat sich viel geändert. Insgesamt wird der Schaffung gesunder Arbeitsplätze eine weit größere Aufmerksamkeit zuteil und 2007 wurde der Technostress in Italien sogar als Berufskrankheit anerkannt. Grundlage für diese Anerkennung war eine entsprechende Untersuchung durch den Turiner Staatsanwalt Raffaele Guariniello.

2013 wurden dann die ganzen Ausmaße des Problems bekannt: Enzo Di Frenna, Präsident der Vereinigung „Netdipendenza“, veröffentlichte damals eine Studie, wonach nicht weniger als zwei Millionen Italiener zur Technostress-Risikogruppe gehörten: Beschäftigte im IKT-Bereich oder in Call Centern, aber auch Steuerberater, Journalisten, Werbefachleute oder Finanzanalysten. Allesamt Berufskategorien, für die der Umgang mit neuen Technologien zum Standardrepertoire im Job gehört, die gleichzeitig aber auch ein gehöriges Arbeitspensum absolvieren.

Mehr noch: Gerade die Tatsache, dass aufgrund der ständigen Erreichbarkeit kaum noch zwischen Arbeit und Freizeit unterschieden werden kann, ist eine der Hauptursachen von Technostress. Es sei, so die Experten, extrem schwierig geworden, sich der Arbeit zu entziehen.

Leider sind aber weder unser Körper noch unser Geist darauf ausgerichtet, ständig den mörderischen Rhythmus des Arbeitslebens beizubehalten. Herunterfahren ist notwendig, Ruhe ist notwendig und wenn wir dafür keine Zeit mehr finden, zahlen wir früher oder später einen hohen Preis.

Unternehmer sollten sich deshalb bewusst sein, was es mit Technostress auf sich hat und ihm gezielt entgegen wirken. Information ist dabei eine Waffe, die Sensibilisierung für Risiken und entsprechendes Verhalten eine weitere. Nicht zuletzt müssen aber auch Arbeitsräume geschaffen werden, in denen das Wohlbefinden der Mitarbeiter im Vordergrund steht. Dazu gehören eine korrekte Beleuchtung, ergonomische Möbel und eine konstant angenehme Temperatur. All dies baut Stress ab oder lässt ihn gar nicht erst aufkommen, weshalb auch wir schon seit Jahren bei der Planung von Büroräumen größten Wert auf diese Faktoren legen.