Arbeitspausen sind seit jeher ein heikles Thema, das – je nach Standpunkt – ganz unterschiedlich gesehen wird. Nehmen wir Führungskräfte, Manager, Unternehmer: Für die wohl allermeisten von ihnen sind Pausen nichts anderes als Zeitverlust. Und für alle anderen? Für sie sind Pausen so etwas wie der Treibstoff, den man braucht, um über den Arbeitstag zu kommen.

Zeit also, unbeteiligte Fachleute zu Wort kommen zu lassen, sprich: die Wissenschaft. Die Universität von Melbourne etwa hat 2009 untersucht, wie sich die Möglichkeit, auch während der Arbeitszeit frei im Internet surfen zu können, auf die Produktivität auswirkt und dabei überraschende Ergebnisse geliefert.

Konkret: Jene Untersuchten, die 20 Prozent ihrer Arbeitszeit surfend im Netz verbrachten, brachten es auf eine um zehn Prozent höhere Produktivität als ihre Kollegen. Allerdings lässt sich dieses Ergebnis nicht nur mit Erholung und Zerstreuung erklären, sondern auch damit, dass die Untersuchten beim Surfen Informationen sammeln konnten, die für ihre Arbeit nützlich waren.

Zugleich ist das Ergebnis aber auch ein Beweis mehr, dass unsere Konzentrationsfähigkeit nicht unbegrenzt aufrechterhalten werden kann. Haben wir die Möglichkeit, uns kurz auszuklinken und auszuruhen, wird der Tank wieder aufgefüllt und wir können nach der Pause wieder auf einem Top-Leistungsniveau loslegen.

Pausen sind der Produktivität aber nicht uneingeschränkt zuträglich. Werden es zu viele, riskiert man, den Arbeitstag in so viele kleine Häppchen zu zerlegen, dass kein Rhythmus aufkommen kann. Was es braucht, sind deshalb ein gutes Gefühl dafür, wie viel Auszeit gut tut, und die nötige Selbstbeherrschung, sich auch an die optimale Zahl und Länge der Pausen zu halten.

Noch eine zweite Gefahr im Zusammenhang mit Pausen gibt es übrigens. Es ist jene, zu müde zu sein, um ausruhen zu können. Klingt paradox? Ja, aber man muss sich vor Augen halten, dass etwa das Surfen im Internet – auch wenn es nicht eng mit dem Job verknüpft ist – doch eine Form von Arbeit bleibt.

Deshalb ist es notwendig, ab und zu vom Schreibtisch aufzustehen, ein paar Schritte zu gehen, ein paar Dehnübungen zu machen und den Augen eine Pause zu gönnen. Denn schließlich sollen die Pausen nicht nur den Tank wiederauffüllen, sondern sind auch wichtig für die eigene Gesundheit.
Deshalb braucht es Pausen und ein Nachdenken über sie. Und wie halten Sie es damit?