Image processed by CodeCarvings Piczard ### FREE Community Edition ### on 2013-11-18 00:17:21Z | | O ÀX˜hPMœõ

In Sachen Produktivität gilt Deutschland als Weltmeister. Kein Wunder also, dass es ein Team aus Hamburg war, das erstmals das Konzept des Open Space in die Debatte rund um Architektur und Arbeitsorganisation eingebracht hat. Dabei ist das Konzept des Open Space schon mindestens 60 Jahre alt und eine der am weitesten verbreiteten Organisationsformen.

Ursprünglich war das offene Büro, das Büro ohne Trennwände eingeführt worden, um die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern zu verbessern. Und auch heute noch gilt ein Open Space als Zeichen der Offenheit, der Innovation. Aber ist es wirklich so, dass ein Open Space auf die Kommunikationskultur eines Unternehmens Einfluss nimmt?

Und ist das Großraumbüro wirklich die optimale Lösung in Sachen Produktivität?

Antworten auf diese Fragen hat die Journalistin Maria Konnikova 2014 für einen Artikel im New Yorker gesucht, der unter dem Titel The Open-Office Trap erschienen ist. Konnikova nimmt darin eine ganze Reihe von Studien unter die Lupe und kommt letztendlich zum Ergebnis: die Annahme, ein Open Space steigere die Produktivität, ist nichts anderes als eine Illusion.

Mehr noch: Es gibt genügend Studien, die mittlerweile nachweisen, dass das Arbeiten in einem Großraumbüro den empfundenen Stress erhöht und damit die Produktivität sogar vermindert.

Das liegt zum einen an der völlig fehlenden Privatsphäre, das liegt zum anderen aber auch am Fehlen jeglicher Kontrolle über mein Arbeitsumfeld.

Zu diesen psychologischen Faktoren kommt auch ein physischer. Einer, der enorme Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden hat: der Lärm. Großraumbüros sind nun einmal laut und Lärm sorgt nachgewiesenermaßen für Zerstreuung, für Unkonzentriertheit und auf lange Sicht für gesundheitliche Schäden.

Diese negativen Folgen wirken bei jungen Generationen sogar stärker als bei älteren. Das hat damit zu tun, dass erstere anfälliger für Zerstreuung sind, weil von ihnen von jeher ein möglichst perfektes Multitasking verlangt wird.

Was also ist das Fazit all dieser Überlegungen und Studien? Der Open Space, Symbol von Aufbruch, Innovation und Offenheit, ist in Wahrheit ein weitgehend unbrauchbares Modell, einen Arbeitsplatz zu organisieren. Und zwar vor allem dann, wenn man auf die Millenials blickt, die nun nach und nach die Arbeitswelt erobern.

Und Sie? Haben Sie schon einmal in einem Open Space gearbeitet? Und welche Erfahrungen haben Sie gemacht?