Was 1919, vor genau 100 Jahren also, von Walter Gropius als Kunstschule in Weimar gegründet worden war, hat unseren Blick auf Architektur und Design nachhaltig verändert: das Bauhaus. Welchen Einfluss aber hatte das Bauhaus auf unsere Vorstellungen von einem Büro? Und was hat sich davon bis heute gehalten?

Gropius hatte sich zum Ziel gesetzt, Kunst und Handwerk wieder zu vereinigen und beides auf eines auszurichten: „Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit“, so der Bauhaus-Gründer, „ist der Bau“. Während der philosophische Unterbau heute weniger bekannt ist, ist die klare, schnörkellose Formensprache des Bauhauses zum Inbegriff der Moderne geworden und hat sich – selbstverständlich – auch in der Welt der Möbel, besonders der Büromöbel niedergeschlagen.

Form entsteht aus der Funktion

Der tiefgreifende Einfluss des Bauhauses auf die Bürogestaltung ist schon aus dem zentralen Ansatz zu verstehen: Das Design eines Gegenstandes hatte seiner Funktion zu folgen, Schönheit ergab sich damit aus der Funktionalität. Und was muss schon funktioneller sein als ein Büro? Daraus ergeben sich die klaren Linien der kastenförmigen Bauhausmöbel, der Verzicht auf Ornamente und eine günstigere, weil industriell umsetzbare Herstellungsweise.

Die günstige Herstellung kam den Bedürfnissen von Unternehmen ebenso entgegen, wie die bevorzugte Verwendung der Materialien Metall und Glas. Während diese in der warmen Atmosphäre eines Wohnraumes gewöhnungsbedürftig waren, kamen sie dem Repräsentations- und Funktionalitätsanspruch von Firmenchefs entgegen. Bald schon waren demnach überladene, intarsienverzierte Schreibtische und mächtige Chefsessel passè und wurden von klaren, schlichten, aber funktionellen Möbeln abgelöst.

Was bleibt vom Bauhaus?

Obwohl das Bauhaus mittlerweile 100 Jahre alt ist, sind wir also nach wie vor von ihm beeinflusst. Dafür genügt ein Blick auf moderne Büroausstattung, deren Ästhetik sich auch vor allem aus der Funktionalität ergibt. Oder anders: Wir dekorieren unsere Büros mit Bildern und Pflanzen, und verstehen Möbel nicht als Dekorartikel. Sie müssen vor allem effizientes Arbeiten unterstützen und die Unternehmensphilosophie repräsentieren. Dass sie dabei auch noch zeitlos schön sein können – auch das hat uns das Bauhaus gelehrt.

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