Dass sich unser Arbeitsplatz von dem unserer Väter unterscheidet, ist klar. Dass sich unserer von dem unserer Kinder unterscheiden wird, ebenfalls. Die Frage ist nur: Wie schaut der Arbeitsplatz unserer Kinder dann auch wirklich aus? Oder besser: Wie entwickelt sich die Arbeit und wie – mit ihr – das Arbeitsumfeld?

Das renommierte [Copenhagen Institute for Future Studies CIFS ist dieser Frage in einer weltweit angelegten Studie nachgegangen. Dafür wurden Manager in Nordamerika, Europa und Asien gefragt, wie die Arbeit der Zukunft ihrer Meinung nach aussehen werde und wie sich die Arbeitsplatzgestaltung an diese Trends anpassen müsse.

Die wichtigsten Erkenntnisse, die dabei zutage gefördert wurden, sind:

  • Der Kampf um die größten Talente wird sich in der Bürogestaltung widerspiegeln.
  • Neue Technologien und Arbeitsformen werden das Büro der Zukunft prägen.
  • Gesellschaftliche Megatrends werden sich auch auf die Arbeit und deren Organisation niederschlagen.

Attraktive Arbeitgeber bieten attraktive Büros

Unternehmen können auf lange Sicht nur erfolgreich sein, wenn sie es schaffen, die größten Talente auf dem Arbeitsmarkt für sich zu gewinnen und an sich zu binden. Diese Erkenntnis gilt heute schon, in der Zukunft aber wohl noch stärker.

Für das Employer Branding stehen eine ganze Reihe von Instrumenten zur Verfügung: von Karrierechancen über die Gehaltsentwicklung bis hin zur Bürogestaltung.

Dass Letzteres immer wichtiger wird, haben in der CIFS-Studie auch die Manager bestätigt, von denen jeder zweite angibt, dass die Individualisierung des Büros für Mitarbeiter künftig einen immer größeren Stellenwert haben wird. Der Weg führt demnach weg vom Standard, weg von einheitlichen Büros hin zu immer individuelleren.

Dafür spricht auch, dass die Grenze zwischen Büro und Zuhause immer fließender wird. Das heißt: Das Büro wird immer mehr zum zweiten Zuhause und das Zuhause immer mehr zum zweiten Büro. Eine Individualisierung muss auch deshalb möglich sein.

Und schließlich ist in dieser Hinsicht auch Flexibilität ein wichtiger Punkt: Weil die Arbeit immer flexibler wird, muss es auch die Bürogestaltung werden, die sich an unterschiedliche Arbeitsformen anpassen muss, ohne jedes Mal grundlegend umbauen zu müssen.

Neue Technologie, neue Arbeitsformen

Gerade was die neuen Arbeitsformen betrifft, kommen große Herausforderungen auf die Bürogestalter zu. Die persönliche Kommunikation etwa wird immer unwichtiger, immer öfter sind technische Medien zwischengeschaltet. Solche Kommunikationsformen muss das Büro der Zukunft ebenso unterstützen wie Formen der virtuellen Arbeit.

Auch die Arbeit in Gruppen muss von der Büroumgebung gefördert werden. Weil der Einzelkämpfer im Büro immer seltener und die Arbeit im Team immer wichtiger wird, gilt es, Möglichkeiten von Ad-hoc-Gemeinschafts-Arbeitsplätzen zu schaffen, die ohne großen Aufwand auch wieder abgebaut oder verändert werden können.

Unterstützt werden die Bürogestalter der Zukunft dabei von intelligenten Gebäuden, die auch bei wechselnden Einteilungen eine optimale Beleuchtung, Belüftung, Heizung oder Kühlung zulassen werden.

Megatrends auch im Büro spürbar

Eindrücklich zeigt die CIFS-Studie schließlich auch noch, dass gesellschaftliche Megatrends in das Büro der Zukunft hineinspielen werden. Dazu gehört natürlich die Nachhaltigkeit, die jeden Aspekt unserer Arbeit prägen wird.

Dazu gehört aber auch, dass für die allermeisten Menschen das Leben nicht mehr hinter die Arbeit zurücktreten soll. Vielmehr gilt es, eine Work-Life-Balance auch durch eine entsprechende Bürogestaltung zu unterstützen. Diese muss den Austausch mit den Kollegen ebenso möglich machen, wie ein Durchatmen, ein kurzzeitiges Ausklinken, ein Regenerieren vom stressigen Arbeitsalltag.