Behäbig war gestern, heute ist agil zu sein notwendig, wenn ein Unternehmen erfolgreich auf Märkten bestehen will, die durch immer schnellere technologische Entwicklungen dominiert werden. Eine entsprechend agile Arbeitswelt zu schaffen, ist dafür Voraussetzung.

Leicht, flexibel, dynamisch, unbürokratisch: All diese Attribute zeichnen ein agiles Arbeiten aus, eines, das auf technologische Neuerungen schnell und effizient reagieren kann. Nur: Was sich so leicht sagt, bedarf in der Realität einer Neudefinition der Unternehmenskultur, die alle Bereiche umfasst: Arbeitsabläufe, Hierarchien, Kommunikationsprozesse und – zur Unterstützung all dessen – auch das Bürokonzept.

Notwendigkeit 1: Flexibel sein

Abgeschottete Büros, Büros, die durch Größe und Einrichtung Hierarchien zementieren, oder solche, die weder Transparenz noch Kommunikation zulassen, sind das Gegenteil agiler Arbeitswelten. In diesen muss das Büro flexibel sein, es muss verschiedenen Arbeitsformen und -zeiten gerecht werden, etwa mit Möbeln, die das Desk-Sharing ermöglichen, mit mobilen Arbeitsplätzen mit einfachen Netzzugängen, mit automatisch anpassbaren Stühlen oder verschließbaren Rollcontainern, die den fix zugewiesenen Arbeitsplatz ersetzen.

Sicher: An solche neuen Formen der Büroorganisation müssen sich Mitarbeiter erst gewöhnen, die Entwicklung spricht allerdings für sie – auch jene der Generationen. Während sich laut einer Spiegel-Umfrage in Deutschland noch immer 70 Prozent der älteren Arbeitnehmer feste Arbeitszeiten wünschen, ist es bei Studenten weniger als die Hälfte.

Notwendigkeit 2: Konzentration und Kommunikation

Agiles Arbeiten heißt auch, kurze Entscheidungswege zu schaffen. Und das heißt, die Kommunikation im Büro zu fördern, den Austausch zwischen den Mitarbeitern, die Arbeit in Teams. Neuesten Studien zufolge macht die Kommunikation schon 50 Prozent der Arbeitszeit aus, die restlichen 50 Prozent entfallen auf die konzentrierte Einzelarbeit. Für die Bürokonzeption heißt dies: Beiden Bedürfnissen muss Rechnung getragen werden. Das zeigt wiederum, dass man sich weder auf reine Open-Space-Lösungen, noch auf Einer-Büros versteifen darf, sondern geschlossene Besprechungsbereiche, lockerere Kommunikations-Zonen und weitgehend abgeschottete Konzentrationsräume schaffen muss.

Vorteile agiler Arbeitswelten

Konzentrations- und kommunikationsfördernde Bürokonzepte und flexible Einrichtungen, kurz: agile Arbeitswelten sind also keine Modeerscheinung, sondern eine Notwendigkeit für Unternehmen. Denn nur sie ermöglichen es, eine agile Unternehmenskultur durchzusetzen, die schnelles Arbeiten, ein effizientes Reagieren auf Veränderungen, hohe Innovationsfähigkeit und eine ebenso hohe Attraktivität für Talente nach sich zieht.

Photo Credit: https://officesnapshots.com/2018/03/20/cove-coworking-offices-brisbane